29 Dezember 2013

Neu im Regal: Von Phobien, Herzen und Schwestern, die Mrs. Wilcox zum Stephansdom führen

Einige Titel habe ich freundlicherweise vom Randomhouse Verlag vergangenen Monat als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, im Nachgang des Blogger-Treffens auf der Frankfurter Buchmesse. Folgende Bücher habe ich behalten, die übrigen Titel habe ich intern weiter verschenkt. Vielen Dank für diese große Buchpaket!



Titel: Phobia
Autor: Wulf Dorn
Verlag: Heyne
Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
Preis: 19,99 €
ISBN: 978-3453267336

Klappentext"Angst hat ein Zuhause
Eine Dezembernacht im Londoner Stadtteil Forest Hill. Sarah Bridgewater erwacht, als sie ihren Mann überraschend früh von einer Geschäftsreise nach Hause kommen hört. Doch der Mann, den sie in der Küche antrifft, ist nicht Stephen. Er trägt jedoch den Anzug ihres Mannes, hat dessen Koffer bei sich und ist mit Stephens Auto nach Hause gekommen. Der Fremde behauptet, Stephen zu sein, und weiß Dinge, die nur Sarahs Mann wissen kann.
Für Sarah und ihren sechsjährigen Sohn Harvey beginnt der schlimmste Alptraum ihres Lebens. Denn der Unbekannte verschwindet ebenso plötzlich wieder, wie er bei ihr aufgetaucht ist, und niemand will ihr glauben. Nur ihr Jugendfreund, der Psychiater Mark Behrendt, kann ihr jetzt noch helfen. Ein psychologisches Duell mit dem Unbekannten beginnt. Und von Stephen Bridgewater fehlt weiterhin jede Spur …"



Titel: Das sechste Herz
Autorin: Claudia Puhlfürst
Verlag: Blanvalet
Taschenbuch: 384 Seiten
Preis: 9,99 €
ISBN: 978-3442376988

Klappentext"Was als harmlose Recherche begann, mündet in einem Albtraum: Ein junger Reporter der Tagespresse entdeckt auf einem stillgelegten Fabrikgelände drei tiefgefrorene Herzen. Bald werden der Redaktion weitere Herzen angekündigt. Wer ist der Verfasser dieser makabren Schreiben? Als sich die Journalistin Lara Birkenfeld auf die Spur des eiskalten Mörders begibt, ahnt sie nicht, dass sie schon längst zur Schachfigur in einem grausigen Spiel geworden ist …"

Band 1: Ungeheuer
Band 2: Sensenmann
Band 3: Sündenkreis
Band 4: Das sechste Herz



Titel: Tod hinter dem Stephansdom
Autorin: Beate Maxian
Verlag: Goldmann
Taschenbuch: 352 Seiten
Preis: 8,99 €
ISBN: 978-3442479016

Klappentext"Die junge Journalistin Sarah Pauli hat es geschafft: Ihre Kolumne über Aberglauben beim „Wiener Boten“ hat eine treue Leserschaft. Dass den Leuten manchmal die Fantasie durchgeht, ist für Sarah nichts Neues, daher nimmt sie es auch nicht besonders ernst, als eine aufgebrachte Anruferin behauptet, die todbringende „schwarze Frau“ ginge im Blutgassenviertel hinter dem Stephansdom um. Doch schon am nächsten Tag sorgt der Tod eines angesehenen Unternehmers für Schlagzeilen – und gefunden wurde die Leiche in einer Wohnung in der Blutgasse …"

Band 1: Tödliches Rendezvous
Band 2: Die Tote vom Naschmarkt
Band 3: Tod hinter dem Stephansdom


An Weihnachten habe ich dann noch folgende beiden Bücher erhalten, über die ich mich sehr freue. Emily Richards Krimi wird auch direkt begonnen:


Titel: Mrs. Wilcox und die mörderische Bescherung
Autorin: Emily Richards
Verlag: Mira
Taschenbuch: 304 Seiten
Preis: 7,95 €
ISBN: 978-3899415506

Klappentext"Eine ruhige, besinnliche Weihnachtszeit? Nicht für Aggie Wilcox, engagierte Pfarrersfrau und Detektivin aus Leidenschaft: Spontan kommen ihre Mutter und Schwestern zu Besuch. Und während Aggie noch versucht, mit viel Nächstenliebe ihre Verwandten und die Gemeinde gleichermaßen auf das Heilige Fest einzustimmen, liegt plötzlich statt des Christkindes eine Tote in der Krippe! Ausgerechnet auf Aggies jüngste Schwester Sid fällt der Verdacht, denn sie und das Opfer haben zuvor ganz und gar unchristlich gestritten. Couragiert beschließt Aggie, ihrem Ruf zu folgen und zu ermitteln: Wäre es nicht das schönste Geschenk für alle im Pfarrhaus, wenn Sid nicht länger unter Mordverdacht stünde?"

Band 1: Mrs. Wilcox und die Tote auf der Terrasse (*Rezension*)
Band 2: Mrs. Wilcox und die mörderische Bescherung
Band 3: Mrs. Wilcox und der Teufel in Prada
Band 4: Mrs. Wilcox und der Jahrmarkt der Eitelkeiten


Titel: Allerliebste Schwester
Autorin: Wiebke Lorenz
Verlag: Karl Blessing
Gebundene Ausgabe: 240
Preis: 7,70 €
ISBN: 978-3896674104

Klappentext"Drei Jahre ist es her, dass Eva ihre Zwillingsschwester verlor, unter Umständen, die nie ganz aufgeklärt worden sind. Danach nahm Evas Leben eine von vielen als ungeheuerlich empfundene Wendung: Sie heiratete den Witwer, den Ehemann der verstorbenen Marlene. Allmählich haben sich die Menschen in ihrer Umgebung an dieses Arrangement gewöhnt. Doch ihr selbst kommt es wie ein Frevel vor, und als sie eine Totgeburt erleidet, empfindet sie diese als Strafe dafür."


Außerdem besitze ich seit Weihnachten diese detailreich gestaltete Notizbuch:

          



Ich wünsche euch allen noch einen schönen Nachmittag!

28 Dezember 2013

Buchgeplauder: Noch da

Hallo zusammen,

ich hoffe ihr habt mit eurer Familien und euren Lieben ein schönes Weihnachtsfest verbringen können. Bei mir war es auf jeden Fall so. 
In den vergangenen Wochen war es auf meinem Blog etwas ruhiger, da ich wenig Zeit zum Bloggen und leider auch zum Lesen gefunden habe. Erst in den vergangenen Tagen ist wieder etwas Ruhe eingekehrt, die ich dann auch sogleich genutzt habe, endlich wieder ein Buch zur Hand zu nehmen - "Das Schneemädchen" von Eowyn Ivey. 

In den kommenden Tagen werden dann Posts zu den bisherigen Neuzugängen November/Dezember; ein Jahresrückblick sowie die Rezensionen der gelesenen Bücher erscheinen und ich möchte auch im kommenden Jahr meinem Blog wieder mehr Zeit widmen. Dazu habe ich mir bereits einige Ideen ausgedacht, die ich gerne im neuen Jahr umsetzen möchte - und die sich natürlich mit Büchern beschäftigen werden. 

Ich wünsche euch nun einen schönen Abend und noch ein erholsames Wochenende, bevor das Ende des Jahres 2013 einbläutet wird. 

01 Dezember 2013

Advents-Empfehlung - Teil 1

Titel: Zeit deines Lebens
Autorin: Cecelia Ahern
Verlag: Fischer
Taschenbuch: 382 Seiten
Preis: 9,99 €
ISBN: 978-3596183104

Klappentext"Lou Suffern ist ein "BWM", ein Beschäftigter Wichtiger Mann. So wichtig und beschäftigt, dass er den 70. Geburtstag seines Vaters vergisst, seine Frau leichthin betrügt und seinem kleinen Sohn noch nicht ein einziges Mal die Windeln gewechselt hat. Eines Tages verwickelt ihn ein Obdachloser namens Gabriel in ein Gespräch. Lou fühlt sich dem Unbekannten seltsam verbunden und verschafft ihm kurzerhand einen Job was nun wirklich nicht seine Art ist. Doch auch Gabriel hat ein Geschenk für Lou: ein rätselhaftes Mittel, durch das Lou ein anderer wird."



Eine berührende Weihnachtsgeschichte, die alle Elemente enthält, um die Stunden dahinfließen zu lassen. Dieses Buch hat mich persönlich verzaubert: mir hat die Handlung und die Verknüpfung der Personen sehr gut gefallen und ebenso war die Umsetzung durch die Autorin wirklich gelungen. Die Veränderungen, die Lou langsam durchlebt sind nachvollziehbar und scheinen doch unbekannten - fast magischen - Ursprungs zu sein. Gabriels Rolle ist relativ bald bekannt, doch fügt dies der Handlung eher noch mehr Charme hinzu, statt dass sich dieses Vorwissen des Lesers negativ auswirken würde. Die Geschichte erinnert mich dabei entfernt an den Film "Ist das Leben nicht schön?" - und da ich euch gerne ein Buch und einen Film empfehlen möchte, zeige ich euch abschließend noch einen Trailer zu diesem wunderschönen, stimmungsvollen Weihnachtsfilm...



Nun wünsche ich euch allen einen ruhigen, schönen ersten Advent!

17 November 2013

Rezension: Menu d'amour. Eine Liebesgeschichte - Nicolas Barreau


Titel:  Menu d'amour. Eine Liebesgeschichte
 Autor: Nicolas Barreau
Verlag: Thiele
Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
Preis: 14,00 €
ISBN: 978-3851792621

Klappentext"Als sich der verträumte Literaturstudent Henri Bredin in die lebenslustige Valérie Castel verliebt, scheint diese so unerreichbar für ihn wie der Mond. Fast hat er schon die Hoffnung aufgegeben, das Herz des schönen Mädchens mit den aquamarinblauen Augen zu gewinnen, da entdeckt er bei einem Bouquinisten ein altes Buch mit dem Rezept für ein Liebeselixier. Doch kann so etwas heutzutage überhaupt funktionieren?"

Handlung

Henri Bredin, Student der Literatur, verliebt sich in seine Kommilitonin Valérie Castel. Sie ist beliebt, charmant und ihr ständiges Zuspätkommen entschuldigt sie in jedem Seminar und jeder Vorlesung durch gekonnt vorgetragenen Geschichten. Für Henri, der zwar ebenfalls Teil ihres Freundeskreises ist, bleibt sie doch unerreichbar. Er nähert sich ihr nur zögernd, bis er eines Tages erfährt, dass er Konkurrenz in Form des italienischen Geschäftsmanns Alessandro di Forza hat. In seiner Verzweiflung greift Henri zu einem kleinen Buch, welches eine Rezeptur für "Das Elixier der ewigen Liebe" enthält.


"Wer jemals im Leben hoffnungslos verliebt war, weiß,
dass man auf die seltsamsten Ideen kommt,
wenn man glaubt,
damit seine Ziele zu erreichen"
(Zitat, Seite 50)

Henri entwickelt einen Plan: Ein Abendessen, versetzt mit dem Elixier, und Valérie wird durch das Menu d'amour erkennen, dass er der Mann ihres Lebens ist.

Stil 

Wie auch in den bisherigen Romanen des französischen Autors Nicolas Barreau trotz der Kürze der Geschichte wird eine romantische Atmosphäre geschaffen, die Charme und Witz zugleich aufweist. Durch seinen authentischen Schreibstil erlaubt Barreau den Lesern einen Einblick in die Welt seiner Protagonisten und verzaubert von der ersten bis zur letzten Seite. 

Charaktere

Henri Bredin ist ein sympathischer Student, dessen zweite Leidenschaft dem Kochen gilt - zur Freude seines Mitbewohners Georges. Valérie Castel, die junge Frau im hellblauen Mantel, lässt sein Herz ebenfalls höher schlagen. Die beiden verbindet eine Freundschaft, wobei Henri sich mehr wünscht und hofft, bis Valérie Alessandro kennenlernt und Henris Vorstellungen bedroht sind. 

Cover & Titel

Der Titel des aktuellen Romans lässt bereits vermuten, dass es inhaltlich an den Erfolgsroman "Das Lächeln der Frauen" anknüpft. In einem Vorwort wendet sich Nicolas Barreau direkt an seine Leser und verkündet, dass in diesem Buch nicht nur die Vorgeschichte zu "Das Lächeln der Frauen" auf die sie wartet, sondern zudem die 10 Lieblingsrezepte - zum Verlieben, für Verliebte oder besondere Ereignisse - des Autors abgedruckt sind. Hierzu gehört natürlich auch das Menu d'amour. 
Für mich persönlich ist es zudem eines der schönsten Cover der bisherigen Veröffentlichungen im Thiele Verlag.

Fazit

Ein kurze, romantische Geschichte des französischen Autors, die zusätzlich um zahlreiche Rezepte, die nur darauf warten, ausprobiert zu werden, ergänzt wurde.

"(...)
und der ich einmal erklären würde,
dass es nicht auf die Jahre ankommt,
sondern darauf,
was in ihnen geschieht"

(Zitat: Nicolas Barreau - Menu d'amour. Eine Liebesgeschichte; Seite 75f.)



Bisher erschienen

Die Frau meines Lebens (2007) *Rezension*
Du findest mich am Ende der Welt (2008) *Rezension*
Das Lächeln der Frauen (2010) *Rezension*
Eines Abends in Paris (2012) *Rezension*
Menu d'amour: Eine Liebesgeschichte (2013) 

09 November 2013

Rezension: Rette mich vor dir - Tahereh Mafi


Titel:  Rette mich vor dir
Autorin: Tahereh Mafi
Verlag: Goldmann
Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Preis: 16,99 €
ISBN: 978-3442313044

Klappentext"Wenn die Liebe Fluch und Erlösung zugleich ist ...
Juliette ist die Flucht gelungen. Sie und Adam sind den Fängen des grausamen Regimes entkommen und haben Zuflucht gefunden im Omega Point, dem geheimen Stützpunkt der Rebellen. Hier gibt es andere wie sie mit übernatürlichen Kräften, und zum ersten Mal fühlt Juliette sich nicht mehr als Außgestoßene, als Monster. Doch der Fluch ihrer tödlichen Berührung verfolgt sie auch hier – zumal Adam nicht länger völlig immun dagegen ist. Während ihre Liebe zueinander immer unmöglicher scheint, rückt der Krieg mit dem Reestablishment unaufhaltsam näher. Und mit ihm das Wiedersehen mit dem dunklen und geheimnisvollen Warner, hinter dessen scheinbar gefühlloser Fassade sich so viel mehr verbirgt, als es den Anschein hat ..."

Handlung

Juliette konnte nach ihrer Flucht aus Sektor 45 gemeinsam mit Adam, James und Kenji eine Unterkunft in Omega Point finden. Gegründet durch den undurchsichtigen Castel leben dort inzwischen zahlreiche Menschen, die ebenfalls über besondere Eigenschaften verfügen, zusammen unter der Erde, um sich vor dem Reestablishment zu schützen. Wie auch im ersten Teil hat Juliette noch immer mit ihrer "Gabe" zu kämpfen und ist zunächst wenig gewillt sich in Omega Point einzugewöhnen. Ihr einziger Bezugspunkt ist Adam, doch die strengen Reglements in Omega Point und die Erkenntnis, dass Adam nicht länger völlig immun gegen ihre Berührung zu sein scheint, verhindern traute Zweisamkeit weitestgehend und führen zu einem erneuten Rückzug von Juliette. Die teilweise äußerst trostlose - fast depressive - Einstellung Juliettes wird nur durch Kenji durchbrochen, der ihr gegenüber stets ehrlich ist und ihr begreiflich zu machen versucht, welche Bedeutung dieser Ort für ihn und alle anderen Bewohner hat.

"Kenjis Worte fallen mir wieder ein,
seine Forderung,
dass ich endlich aufwachen,
meinen Trübsinn beenden und mich verändern soll."
(Zitat, Seite 150)

Trotz ihrer anfänglichen Zurückgezogenheit wird Juliette durch Kenji in die Elite-Gruppe von Omega Point integriert, die Missionen an der Oberfläche bestreitet. Während einer dieser Missionen kommt es zu einem erneuten Kontakt mit Warner (hier schließt zudem die Kurzgeschichte "Zerstöre mich" an) und die Geschichte erfährt eine rasante Wendung, als vier Mitglieder aus Omega Point während ihres Wachdienstes vom Reestablishment gefangen genommen werden. 
Die einzige Bedingung für Verhandlungen ist ein Gespräch zwischen Juliette und Anderson - Warners Vater, der eine führende Position in der Leitung des Reestablishments inne hat und die Schwäche seines Sohnes (dessen Liebe zu Juliette) um jeden Preis vernichten will. In der Konsequenz dieses Zusammentreffens ergeben sich nicht nur neue Informationen, die sowohl einige offene Fragen klären als auch neue aufwerfen, sondern auch ein erneuter Kontakt mit Warner. Doch in wie weit kann ihm tatsächlich Vertrauen entgegengebracht werden, vor allem, wenn der Krieg mit dem Reestablishment stetig näher rückt?

Stil 

Die Fortsetzung lehnt an den Stil des ersten Bandes an und besticht durch intensive, metaphorische und bildhafte Beschreibungen und Eindrücke sowie durch die Gedanken der Protagonistin. Ihre Unsicherheit wird durch die Verwendung durchgestrichener Gedankengänge Ausdruck verliehen. Die eher trübsinnige Darstellung wird durch den Kontakt mit Kenji und dessen Wahrnehmung aufgelockert. Der insgesamt sehr fesselnde Schreibstil, einige überraschende Wendungen und die Frage, wem sich Juliette verbunden fühlt und ob sie ihre Kraft als Teil ihrer Selbst akzeptieren wird, führen zu einer abwechslungsreichen Handlung.

Charaktere

Die Geschichte wird aus der Perspektive der Protagonistin Juliette beschrieben und ist durch ihre Selbstzweifel und Unsicherheit phasenweise sehr trübsinnig. Kenji, ein grundsätzlich positiv eingestellter Charakter mit Charme und Witz, übernimmt in diesem zweiten Band die Rolle, Juliette ihre Lage vor Augen zu führen und aus ihrer Lethargie zu befreien. Durch seine Initiative wird zum einen sein Charakter selbst näher beleuchte sowie die Bedeutung von Omega Point für die dortigen Bewohner. Adam tritt im zweiten Band etwas in den Hintergrund, da sich die Beziehung zwischen ihm und Juliette zunehmend verkompliziert. Dies wird durch Warner noch gesteigert, da Juliette auch ihm gegenüber Gefühle hegt und sich nicht sicher ist, wie sie die verschiedenen Seiten, die sie von Warner kennenlernt, in Einklang bringen soll.

Cover & Titel

Das Cover passt sowohl zum ersten Band, als auch zur E-Book Ausgabe. Der Titel selbst erschließt sich meiner Meinung nach durch die Handlung selbst, in der auch Warner und Adam erneut eine entscheidende Position einnehmen. 

Fazit

Überraschende Wendungen, eingeflochten in die Handlung, geben der Geschichte immer wieder Spannung und Aufwind. Mit der Kurzgeschichte im Hintergrund können einige Szenen aus zwei Perspektiven betrachtet werden - eine interessante Möglichkeit.
Neue Charaktere verdichten die Handlung, so dass insgesamt eine fesselnde Geschichte entsteht und in der Juliette zu eigener Stärke finden kann.

"Ich weiß nur,
dass es für mich nie wieder in Frage kommen wird,
mich komplett auf jemand anderen zu verlassen,
abhängig zu sein von der Selbstbestätigung durch einen anderen Menschen.
(...)
Ich werde niemals ich selbst sein, 
wenn ich jemanden brauche,
der mich förmlich zusammenhält"

(Zitat: Tahereh Mafi - Rette mich vor dir; Seite 346)



Reihe

1. Band: Ich fürchte mich nicht
1.5 E-Book: Zerstöre mich (*Rezension*)
2. Band: Rette mich vor dir
3. Band: Ignite me (englische Fassung ab 02/2014)

03 November 2013

Bücher satter Oktober

Der Herbst hält Einzug, damit auch die gemütliche Lese-Zeit, wenn das Wetter nicht ermutigt vor die Tür zu treten. Neben zahlreichen tollen Büchern hatte der Oktober auch noch ein besonderes Highlight: die Buchmesse in Frankfurt. Hierzu habe ich entsprechend berichtet. Noch steht ein Post über die Ankunft eines Buchpaketes des Randomhouse-Verlag - vielen Dank hierfür - aus, von dem ich demnächst berichten werde. Dadurch ist mein SuB wieder deutlich überdimensioniert ;)

Neu entdeckt...

- bezaubernd - 

Bücher die sich mit dem Thema Zeitreise befassen, interessieren mich im Besonderen. Der Roman "So nah und doch so fern" (Rezension) nähert sich von einer vollkommen anderen Perspektive - was wäre, wenn die Seele stetig wiedergeboren wird und wir über ein ausgezeichnetes Gedächtnis verfügen würden? So ergeht es dem Protagonisten, der sowohl die positiven als auch die negativen Folgen einer solchen Gabe kennenlernen muss. Der spannende Auftakt zu einer Trilogie.

Fortgesetzt...

- faszinierend - 
- bildgewaltig -


Tahereh Mafi überzeugte in diesem Monat durch die Kurzgeschichte "Zerstöre mich" (Rezension), die dem Leser einen völlig neuen Blick auf Warner erlaubt sowie durch die Fortsetzung der Reihe in "Rette mich vor dir". Gewohnt bildgewaltig und durch einen neuartigen Schreibstil entführt die Autorin die Leser nach Omega Point. Die Menschen dort verfügen über besondere Gaben, die dem Reestablishment ein Dorn im Auge sind - ein Krieg scheint unvermeidbar. Und Juliette muss sich zudem entscheiden, für wen ihr Herz tatsächlich schlägt...

Die Welt durch die Augen eines Kindes...

- eindrucksvoll -
"Der Junge im gestreiften Pyjama" (Rezension) entwirft eindrucksvoll die Welt aus den Augen des 9-jährigen Bruno. Eine Betrachtung, wie auch der Autor im Nachwort anerkennt, die besonders ist und doch auch heute noch Gültigkeit hat.

Bis ans Ende der Welt...

- romantisch - 
- bezaubernd - 














bin ich dem französischen Autor Nicolas Barreau im Oktober literarisch gefolgt. In beiden Romanen fand ich die bekannte atmosphärische Stimmung, sympathische Charaktere und eine verzaubernde Handlung. Während der Autor in "Du findest mich am Ende der Welt" (Rezension) ein Stück seiner eigenen Principessa preisgibt, verrät er dem Leser in "Menu d'amour. Eine Liebesgeschichte" seine zehn Lieblingsrezepte.

Gesehen...


"Eat. Pray. Love" - ich kenne das Buch nicht und war leider von der Verfilmung nicht so begeistert, auch wenn mich die Handlung grundsätzlich interessiert hat. Doch leider empfand ich diese teilweise als zu langatmig und gestreckt, so dass einzelne Elemente ihrer Reise für mich darin verloren gingen. Ob ich hingegen irgendwann zu dem Buch greifen werde, ist ebenso fraglich.

Gehört...

Gehört habe ich im Monat Mai besonders gerne:
  • Lifesaver - Sunrise Avenue (aktueller Favorit)
  • Hero - Family of the Year
  • Thank you very much - Margaret
  • Mountain Sound - Of Monsters and Men

Im Vergleich zu den vergangenen Monaten war der Oktober wieder sehr erfolgreich. Meinen SuB hat dies jedoch nicht erleichtert, da er durch die Buchmesse deutlichen Zuwachs erfahren hat. Ich hoffe dies auch in dem kommenden Monat fortsetzen zu können.

Was waren eure persönlichen Highlights im Oktober?

02 November 2013

Rezension: Du findest mich am Ende der Welt - Nicolas Barreau


Titel:  Du findest mich am Ende der Welt
Autor:  Nicolas Barreau
Verlag: Thiele
Gebundene Ausgabe: 200 Seiten
Preis: 16,00 €
ISBN978-3851790474

Klappentext"Als der Galerist Jean-Luc Champollion eines Morgens den Liebesbrief einer Unbekannten in der Post findet, ahnt er noch nicht, dass sein wohltemperiertes Leben von jetzt an völlig auf den Kopf gestellt werden soll. Denn bald schon hat Jean-Luc nur noch ein Ziel: Er will die kapriziöse Unbekannte finden, die sich >>Principessa<< nennt und die verführerischsten Briefe der Welt schreibt."


Handlung

Jean-Luc ist Galerist. Er liebt Kunst, Frauen und sein Leben in Paris. Dieses wohlgeordnete Leben gerät ordentlich durcheinander, als er eines Tages den Brief einer Frau - die sich selbst nur als Principessa bezeichnet - in seinem Briefkasten findet. Nach einigem Zögern, denn sein erster Liebesbrief endete in einer Katastrophe, entscheidet sich Jean-Luc der Unbekannten auf die angegebene E-Mail Adresse zu antworten. Fortan entwickelt sich ein amüsanter und romantischer Briefwechsel zwischen den beiden, wobei in Jean-Luc die Ungeduld wächst, die Principessa tatsächlich kennezulernen.


"Wie selten geschieht es in der Langeweile des Lebens,
das sich etwas ereignet,
was die Begehrlichkeiten in uns weckt und wachsen lässt,
und zwar in einem solch hohen Maße,
dass wir alles andere zurückstellen?"
(Zitat, Seite 167f.)

Um dieses Ziel zu erreichen, bedient er sich zahlreicher Mittel: er spioniert und stellt sich verschiedene, ihm bekannte, Frauen in der Rolle der Prinicpessa vor. Auch seine Freunde und Bekannten werden um Hilfe ersucht. Mit der Zeit gerät Jean-Luc immer tiefer in den Bann der unbekannten Frau und doch warten noch einige Hürden auf ihn, die es zu überwinden gilt. 

Stil 

Der Schreibstil des Autors Nicolas Barreau schafft es, eine fesselnde Atmosphäre zu erzeugen, bei der sich der Leser durchaus direkt nach Paris wünscht. Aufgrund der Überlegungen des Protagonisten, welche Frau sich hinter der Principessa verstecken könnte, wird die Vergangenheit des Galeristen bessern beleuchtet: seine bisherigen Bekanntschaften und auch die erste große Liebe. Diese Elemente sind sehr gelungen in die gegenwärtige Handlung eingeflochten, so dass sich der Roman sehr flüssig lesen lässt. 

Charaktere

Jean-Luc erscheint dem Leser als äußerst sympathischer Charakter, der sein Leben genießt und seine Freundschaften pflegt. Beliebt bei Freunden und Frauen, arbeitet er als erfolgreicher Galerist und muss dabei die ein oder andere künstlerische Schaffenskrise abwenden. Die Briefe der Principessa wirbeln sein Leben durcheinander, seine Konzentration lässt ihn im Stich und seine Gedanken schweifen stetig ab - wer könnte die schöne Unbekannte sein? Einige gekonnt skizzierte Nebencharaktere runden die Handlung ab.

Cover & Titel

Die Cover der gebundenen Ausgaben aus dem Thiele-Verlag sind sehr malerisch gestaltet und aufeinander abgestimmt. Zentral ist dabei stets ein eher rötlicher Hintergrund, der klassische Elemente der Hauptstadt Paris zeigt sowie eine Frau, die durch ein leuchtend rotes Element (in diesem Fall ein Oberteil) heraussticht. Der Titel selbst bekommt zum Ende des Romans eine besondere Bedeutung. "Das Ende der Welt" ist dabei auch für den Autoren selbst ein bedeutsamer Ort, wie er dem Leser im Nachwort erläutert.

Fazit

Eine gewohnt romantische Geschichte des französischen Autors, der die Leser nach Paris entführt und mittels sympathischer Charaktere verzaubert. Ein wirklich empfehlenswerter Roman!

"Doch mehr und mehr - 
und so unglaublich es klingen mag - 
hatten sich meine zielgerichteten Sätze verselbstständigt,
sich losgerissen von meinem Verstand,
sie führten ein eigenes, ungezähmtes Leben,
sie hatten sich mit Empfindungen gefüllt,
und mit einem Mal fühlte ich die Worte, 
die ich schrieb."

(Zitat: Nicolas Barreau - Du findest mich am Ende der Welt; Seite 194)



Bisher erschienen

Die Frau meines Lebens (2007) *Rezension*
Du findest mich am Ende der Welt (2008)
Das Lächeln der Frauen (2010) *Rezension*
Eines Abends in Paris (2012) *Rezension*
Menu d'amour: Eine Liebesgeschichte (2013) *auf dem SuB*

27 Oktober 2013

Herbstliche Lesestunden

Wir befinden uns mitten im Herbst und dabei gehören für mich einige Dinge beim gemütlichen Lesen im Sessel dazu - vor allem bei einem solche eher ungemütlichen Wetter wie heute - die ich heute kurz vorstellen und empfehlen möchte.


Neben einem guten Buch - aktuell "Menu d'amour. Eine Liebesgeschichte" von Nicolas Barreau, nachdem ich "Rette mich vor dir" beendet habe - darf  unter anderem etwas Leckeres nicht fehlen - Lebkuchen und Tee. Lebkuchen esse ich in Maßen wirklich gerne zu dieser Jahreszeit - allerdings nur umgefüllt! Dafür bin ich nicht wählerisch, ob sie vollständig ummantelt sind oder eine Oblate als Boden haben. 
Besonders gerne trinke ich Tee in den Sorten "Entspannung: Hopfen und Melisse" und "Fenchel, Kümmel, Anis" von Meßmer - hmmmm lecker. Standards wie Kamille, Pfefferminz oder die 6-Kräuter-Mischung sind zwischendurch aber auch immer gerne in der Tasse.


Wenn man sich dann gemütlich in den Sessel mit einer Decke gekuschelt hat, fehlt nur noch die richtige Duftnote, um auch im Hause den Herbst einziehen zu lassen. Ich persönlich verwende die Tarts von Yankee Candle und benutze zur Zeit am liebsten (von links nach rechts):
  • Cinnamon Stick
  • French Vanilla
  • Blissful Autumn
  • Red Velvet
  • Black Cherry (aktueller Favorit!!)
So nach diesem Post werde ich mich also mit den oben genannten Sachen auf meinen Lesesessel verkrümeln und mich weiter der Vorgeschichte zu "Das Lächeln der Frauen" widmen.

Euch allen einen herbstlichen Sonntag!

26 Oktober 2013

Rezension: Der Junge im gestreiften Pyjama - John Boyne


Titel: Der Junge im gestreiften Pyjama
Autor: John Boyne
Verlag: Fischer KJB
Taschenbuch: 272 Seiten
Preis: 7,95 €
ISBN: 978-3596806836

Klappentext"Die Geschichte von »Der Junge im gestreiften Pyjama« ist schwer zu beschreiben. Normalerweise geben wir an dieser Stelle ein paar Hinweise auf den Inhalt, aber bei diesem Buch - so glauben wir - ist es besser, wenn man vorher nicht weiß, worum es geht. Wer zu lesen beginnt, begibt sich auf eine Reise mit einem neunjährigen Jungen namens Bruno. (Und doch ist es kein Buch für Neunjährige.) Früher oder später kommt er mit Bruno an einen Zaun. Zäune wie dieser existieren auf der ganzen Welt."


Handlung

Bruno ist neun Jahre alt, lebt mit seiner Schwester, seinen Eltern und Großeltern in Berlin und genießt seine Kindheit in vollen Zügen: wenn er mit seinen drei besten Freunden unterwegs ist, das eigene Haus erforscht oder die fünf Stockwerke auf dem Treppengeländer runtersaust. Seine Schwester - "der hoffnungslose Fall" - und ihre Freundinnen ärgern ihn zwar ab und an, doch Bruno fühlt sich in seiner Umgebung sehr wohl. 
Als Bruno eines Tages sein Zimmer betritt, ist Maria - eine Angestellte der Familie - dabei seine Sachen in Koffer zu packen. Bruno erfährt, dass die Familie Berlin verlassen muss, da sein Vater eine neue Stelle antritt. Mit dem Umzug und dem neuen Haus ist Bruno alles andere als zufrieden und wünscht sich nach Berlin zurück.
Ein Blick aus seinem Fenster zeigt Bruno jedoch eine andere Welt. Jenseits des Zauns scheinen hunderte von Menschen - Frauen, Männer, Alte und Junge - zu leben. Bruno beschließt an diesem Zaun entlang zu wandern. 


"Bruno ging langsamer, als er den Punkt sah,
der ein Fleck, dann ein Klacks,
dann ein Schemen und schließlich ein Junge wurde"
(Zitat, Seite 133)


Der Junge stellt sich als Schmuel vor und hat überraschenderweise genau am gleichen Tag wie Bruno Geburtstag. Von diesem Zeitpunkt an begibt sich Bruno fast jeden Tag an diese Stelle am Zaun und spricht mit seinem neuen Freund über alles mögliche, bis Brunos Vater eines Tages eine Entscheidung trifft, die hinterrücks weitreichende Folgen nach sich zieht. 

Stil 

Die Fabel des irischen Autors John Boyne ist sowohl sprachlich als auch inhaltlich besonders. Die Geschichte über den "Jungen im gestreiften Pyjama" wird konsequent aus der Perspektive des neunjährigen Bruno erzählt. Auf diese Weise schafft der Autor nicht nur eine besondere Atmosphäre sondern zeigt einen kindlich-naiven Blick auf die Zeit des zweiten Weltkrieges, der - wie auch der Autor im Nachwort ausführt - ähnlich dem Blick heutiger Menschen ist, die zur damaligen Zeit nicht lebten.

Charaktere

Protagonist der Fabel "Der Junge im gestreiften Pyjama" ist Bruno. Seine Perspektive erlaubt dem Leser eine neue Sicht auf historisch bekannte Geschehnisse, den Bruno ist neun Jahre alt und entsprechend seiner kindlichen Auffassung und seinem Verständnis für bestimmte Vorgänge, erlebt auch der Leser den Umzug von Berlin. Bruno selbst ist ein wissbegieriges, offenes Kind, welches gerne Kontakt zu anderen Menschen sucht und vieles hinterfragt. Zumeist scheut er sich nicht, seine Meinung offen Kund zu tun, obwohl er manche Zusammenhänge (die dem Leser eher bewusst sind) in seinem Alter noch nicht versteht. 
In seinem neuen Zuhause begegnet er Schmuel, dessen Erzählungen ihn verunsichern, da er dies nicht genau einzuordnen vermag. Doch zwischen den beiden Jungen entwickelt sich eine besondere Freundschaft.

Cover & Titel

Das Cover passt sehr gut zur Handlung und ist entsprechend schlicht gehalten. Der Titel selbst lässt den Leser bereits vermuten, welche inhaltlichen Bezüge der Autor in seiner Fabel erschließt. 

Fazit

Dieser Roman ist überraschend und anrührend, nachdenklich und traurig. Die richtigen Worte - auch für eine Rezension - zu finden, erscheint mir hier schwierig und ich empfehle, sich selbst ein Bild zu machen  - durch Brunos Augen.

"Aber ich glaube,
ich würde immer jemanden vermissen,
egal wo ich bin."

(Zitat: John Boyle - Der Junge im gestreiften Pyjama; Seite 235)


22 Oktober 2013

Rezension: Zerstöre mich - Tahereh Mafi


Titel: Zerstöre mich
Autorin: Tahereh Mafi
Verlag: Goldmann
E-Book: 78 Seiten
Preis: 1,99 €
ASIN: B00DYRURCW

Klappentext"In "Ich fürchte mich nicht" ist Juliette die Flucht aus den Fängen des Reestablishments gelungen – indem sie dessen Anführer Warner eine Kugel in die Schulter jagte. Sie glaubte ihn tot zurückzulassen, doch Warner ist nur schwer verletzt. Und nimmt den Leser in "Zerstöre mich" mit auf eine faszinierende Reise. Denn Warner scheint hassenswert – grausam, gefühlskalt, berechnend –, und ist doch voller innerer Zweifel, hin- und hergerissen zwischen seiner Erziehung durch seinen grausamen Vater und seiner tiefen Liebe zu Juliette, die er unbedingt wiedersehen muss – auch wenn Sie ihn offensichtlich verabscheut. Und so kämpft der noch geschwächte Warner zum einen darum, die Disziplin auf der Militärbasis aufrecht zu erhalten, während er andererseits mit aller Macht daraufhin arbeitet, Juliette wieder in seine Gewalt zu bringen. Bis sein Vater, Oberbefehlshaber des Reestablishments, in Warners Basis auftaucht. Und als Warner dessen Pläne für Juliette erfährt, wird ihm klar, dass er sich endgültig entscheiden muss …"


Handlung

Warner, Befehlshaber des Sektors 45, wurde auf der Flucht von Juliette und Adam angeschossen. Juliette, eine junge Frau mit besonderen Fähigkeiten und Adam, ein abtrünniger Soldat, müssen nun um jeden Preis gefunden werden. Dieses Ziel hat oberste Priorität, denn Warner weiß, dass er trotz seiner Verletzung keine Schwäche zeigen darf, da die anderen Soldaten nur darauf warten Warner zu entmachten. Der einzige loyale Mensch in seiner Umgebung ist Delalieu; die einzige Person mit der Warner eine Art der Freundschaft verbindet. Warner selbst fühlt sich sowohl in seiner Haut selten wohl und scheint mehr eine Rolle zu spielen, statt seiner wahren Gefühlen, Interessen und Neigungen nachzugeben. 

"Manchmal wünsche ich mir,
ich könnte für eine Weile aus mir heraustreten."
(Zitat, Seite 21)

Auf der Suche nach Anhaltspunkten wohin Juliette und Adam verschwunden sind, entdeckt Warner das Notizbuch von Juliette. Diese Notizen hatte sie verfasst, als sie in Gefangenschaft lebte. Durch diese Beschreibungen taucht Warner in ihre Gedankenwelt ein und fühlt sich ihr noch näher. An dieser Stelle wird deutlich, dass Warner facettenreicher und tiefgründiger ist, als im ersten Teil vermutet. Seine Gefühle für Juliette sind wahrhaftiger und tiefer, eine Erkenntnis zu der auch er erst im Verlauf der Handlung gelangt. Die Situation spitzt sich zu, als Warners Vater, hoher Mitarbeiter des Reestablishments, den Sektor 45 aufsucht und von Warner verlangt seine Befehle umzusetzen. Warner selbst blickt hinter die Machenschaften des Reestablishments und muss sich nun entscheiden, wie weit er gehen will, um Juliette zu beschützten.  

Stil 

Die Kurzgeschichte ist überraschend eindrücklich verfasst und erlaubt dem Leser einen anderen Blick auf den bisherigen Kontrahenten der Protagonistin Juliette. Warner präsentiert eine andere Seite, die zeitweise sogar verletzlich erscheint. In ihrem bekannt erfrischend ungewohnten Schreibstil stellt die Autorin Tahereh Mafi die Ereignisse nach der Flucht von Juliette und Adam dar. Verbunden wird diese zudem mit weiteren Hinweisen über Juliettes Gefangenschaft, die durch das Notizbuch, welches Warner entdeckt, in die Handlung eingebunden werden. 

Charaktere

Die gesamte Handlung wird aus der Perspektive von Warner beschrieben, nachdem dieser von Juliette angeschossen wurde. Relativ schnell wird deutlich, dass sich hinter der gefühlskalten und machthungrigen Fassade, die der Leser im ersten Teil kennenlernen konnte, doch mehr steckt. Warner selbst scheint sich mit seinem Leben sehr unwohl zu fühlen, muss auf der einen Seite seine Stärke gegenüber den Soldaten demonstrieren und möchte doch Kontakt zu den Menschen im Sektor 45 behalten. Besonders gespannt ist das Verhältnis zu seinem Vater, der Warner provoziert und verspottet. 
Warner hat zudem tiefere Gefühle für Juliette. In dieser Kurzgeschichte entsteht der Eindruck, dass er ihr lediglich helfen und sie beschützten möchte. Alle bisherigen Handlungen waren seinerseits auf dieses Ziel ausgerichtet. Als er ihr Notizbuch entdeckt, taucht er ein in die Gedankenwelt der gefangenen Juliette, die 265 Tage eingesperrt war. Warner baut dadurch eine scheinbar noch engere Bindung zu Juliette auf, merkt jedoch gleichzeitig, dass ihn dies zerstören könnte.

Cover & Titel

Das Cover der E-Book Ausgabe passt von der Gestaltung sehr gut zu den bisher erschienenen Titel "Ich fürchte mich nicht" und "Rette mich vor", stellt jedoch den Protagonisten der Kurzgeschichte - Warner - dar. Der Titel "Zerstöre mich" passt ebenfalls zu der knappen Handlung, die einen Einblick in Warners Gedankenwelt vermittelt.

Fazit

Eine äußerst gelungene Kurzgeschichte, die Einblick in die Gefühlswelt von Warner gibt und dem Charakter so deutlich mehr Tiefe verleiht. Die Geschichte selbst erhält dadurch eine ungewohnte Wendung, da Warner nun nicht mehr als reiner Gegenspieler zu Juliette wahrgenommen wird, sondern womöglich eine neue Rolle in den folgenden Bänden einnehmen könnte. Zudem werden weitere Eindrücke über Juliettes Gefangenschaft und die Strukturen, die das Reestablishment in den Sektoren aufbaut, vermittelt, so dass es sich um eine sinnvolle Ergänzung handelt.

"Das Wasser trägt meine Last für mich,
versteht, dass ich meine Schultern eine Weile
von diesem Gewicht befreien muss."

(Zitat: Tahereh Mafi - Zerstöre mich; Seite 145)



Reihe

1. Band: Ich fürchte mich nicht
1.5 E-Book: Zerstöre mich
2. Band: Rette mich vor dir
3. Band: Ignite me (englische Fassung ab 02/2014)