27 April 2014

Buch in Serie: Rizzoli & Isles


Inhalt & Stil

Die Buchreihe der Autorin Tess Gerritsen fokussiert die Ermittlerin Detective Jane Rizzoli und die Pathologin Maura Isles, die beide für das Bostoner Police Department arbeiten. Die einzelnen Bände sind unabhängig voneinander, jedoch sind die Charaktere und deren Beziehung in einer fortlaufenden Entwicklung dargestellt. Dies ist ein Faktor, der mir persönlich sehr gut gefällt, da auf diese Weise auch Nebencharaktere in unterschiedlichen Büchern immer wieder auftauchen und der Leser die persönliche Entwicklung der Protagonistinnen mitverfolgen kann. Die einzelnen Bände behandeln oft sehr unterschiedliche Themengebiete, von Sekten hin zu Händlerringen usw. - für jeden Leser ist bestimmt etwas dabei.
Bisher erschienen sind in Buch-Form:

  1. Die Chirurgin (gelesen)
  2. Der Meister (gelesen)
  3. Todsünde (gelesen)
  4. Schwesternmord (gelesen)
  5. Scheintot (gelesen)
  6. Blutmale (gelesen)
  7. Grabkammer (gelesen)
  8. Totengrund (Rezension)
  9. Grabesstille (Rezension)
  10. Abendruh (TB erscheint September 2014)

Charaktere

Jane Rizzoli wirkt eher burschikos und steht in ihrem Department ihren Mann. In den ersten beiden Bänden begegnet sie Hoyt, der sie zunächst prägt, jedoch auch dazu führt, sie neue Bekanntschaften schließen zu lassen, die auch ihre weitere Entwicklung in den kommenden Bänden beeinflussen. Sie ist eine taffe Frau der Tat, mit einem guten Gespür, die sich jedoch auch vor allem emotional deutlich über die Bände hinweg weiterentwickelt.
Maura Isles erscheint zunächst eher kühl und unnahbar, jedoch verbindet sie mit Jane Rizzoli bald eine Freundschaft, die über die gemeinsame Ermittler-Tätigkeit hinausgeht. Zu Beginn ist dem Leser wenig über die Pathologin bekannt, erst im Verlauf der Bände, unter anderem durch "Schwesternmord" lernt der Leser auch sie besser kennen. 

Übereinstimmung

Die Pilot-Folge der Serie lehnt sich inhaltlich deutlich an Band 2 "Der Meister" an und erinnert zudem an die Geschehnisse aus "Die Chirurgin". Auch spätere folgen lehnen sich ab und an an die inhaltlichen Vorgaben der Buchreihe an. Die Charaktere selbst finde ich persönlich sehr passend gecastet - auch wenn die Beziehungen untereinander oder die beruflichen Zusammenhänge miteinander doch etwas anders dargestellt sind, als dies in den Büchern beschrieben wird.

Fazit

Mir persönlich gefällt die Umsetzung der Serie sehr gut, auch wenn sich die einzelnen Folgen nicht an der Buchreihe selbst orientieren, jedoch die grundlegenden Beziehungen und Charaktere aufgenommen haben. Spannend und unterhaltsam, mit zwei gelungenen Schauspielerinnen in den Hauptrollen eine Empfehlung!


Habt ihr bereits eines der Bücher gelesen oder die Serie gesehen - wie ist eure Meinung hierzu?

26 April 2014

Rezension: Isolation - Dan Wells

Titel: Isolation
Autor: Dan Wells
Verlag: ivi
E-Book: 65 Seiten
Preis: 2,99 €
ISBN: -








Klappentext

"Der Isolationskrieg tobt, die verheerendste Schlacht, die die Menschheit je gesehen hat. Die Partials, künstliche Geschöpfe, die von den Menschen für den Einsatz im Krieg erschaffen wurden, ziehen in einen Kampf, der die Welt in den Untergang reißen wird ...
In "Isolation" erfahrt ihr alles über die Hintergründe der geheimnisvollen Krieger aus Dan Wells' "Partials"-Serie: Die amerikanische Regierung beauftragt den Konzern ParaGen, künstliche Geschöpfe zu erschaffen, die statt der Menschen in den Krieg ziehen können. Unter den scheinbar übermächtigen Partials ist auch Heron, die auf eine Mission weit hinter die feindlichen Linien aufbrechen muss. Was sie dort entdeckt, wird nicht nur über den Ausgang des Isolationskriegs entscheiden, sondern Partials und Menschen für alle Zeiten verändern ...
"

Die Geschichte beginnt...

am 2. Juni 2060 mit der Belagerung von Zuoquan, in der Provinz Shanxi in China. 

"Die Artillerie war vorgerückt und hämmerte heftiger denn je 
auf die Stadt ein."
(erster Satz, Seite 3)

Im perspektivischen Wechsel erfährt der Leser die Geschichte von Mei und Heron, die im Abstand von zwei Jahren handeln. Mei erlebt als Assistentin des Generals die Belagerung durch die Partialarmee im Isolationskrieg hautnah mit, wohingegen durch die Darstellungen Herons die "Geburt" und das Training der Partials im Aufzucht- und Ausbildungszentrum bei Paragen BioSynth in den Blick genommen wird. Weder für die chinesischen Streitkräfte noch für Mei ist dabei zunächst ersichtlich, welchen Plan die Anführer der Partials tatsächlich verfolgen.

Meine Meinung

Diese interessanten Darstellungen - je Kapitel im Wechsel zwischen 2058 und 2060 - erlauben dem Leser "einen Blick hinter die Kulissen" der Partials Reihe. Mir persönlich hat die Umsetzung sehr gut gefallen, da durch den sich wiederholenden Wechsel der Leser nicht nur einen Einblick in die "Entstehung" der Partials und die Hintergründe des Isolationskrieges gewinnen kann, sondern zugleich auch mehr über die Partials selbst erfährt. Möglicherweise wird sich dieses Wissen auch im folgenden Band "Fragmente" als ergänzend erweisen.

"Machen Sie sich uns nicht zu Feinden"
(Seite 61)

Das Besondere an dem Buch ist... 

dass die Geschichte um Heron die Entstehung der Partials und die Isolationskriege näher beleuchtet und somit tiefere Einblicke in die Vorgeschichte der Partials-Reihe erlaubt.

Meine Bewertung


Reihe

1. Band: Aufbruch *Rezension*
E-Book: Isolation
2. Band: Fragmente (SuB)

21 April 2014

Rezension: Der erste Kaffee am Morgen - Diego Galdino

Titel: Der erste Kaffee am Morgen
Autor: Diego Galdino
Verlag: Thiele
Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Preis: 18,00 €
ISBN: 978-3851792911








Klappentext

"Nichts ist besser als der erste Kaffee am Morgen. Keiner schmeckt besser, keiner duftet intensiver. Das weiß auch Massimo Tiber, Besitzer einer kleiner Bar in Trastevere im Herzen von Rom. Als sich eines Tages eine junge Frau mit grünen Augen ins Tiber verirrt, ist es um den Barista geschehen. Doch leider spricht die schöne Unbekannte kein Italienisch. Und - was fast noch schlimmer ist! - sie trinkt keinen Kaffee..."

Die Geschichte beginnt...

mit der Beerdigung der in Trastevere beliebten Signora Maria. 

"Viele Menschen waren gekommen,
und trotzdem war es seltsam still."
(erster Satz, Seite 7)

Massimo, Barista in der gleichnamigen Bar in Trastevere, lebt seinen Beruf. Eines Tages betritt, außer den bekannten Stammgästen, eine Französin mit grünen Augen die Bar. Sprachliche Barrieren und die Verkettung der Ereignisse führen dazu, dass ihm die junge Frau nicht wohlgesonnen ist und kurzerhand die Bar aufgebracht verlässt. Doch um Massimo ist es geschehen und so leicht gibt er nicht auf. Und vielleicht ist das Herz von Geneviève Remi über die Schönheit Roms und natürlich - den ersten Kaffee am Morgen zu gewinnen..

Meine Meinung

Wie auch Nicolas Barreau schafft es Diego Galdino mit seinen geschriebenen Worten eine Atmosphäre zu kreieren, die den Leser von Anfang an in den Bann zieht. Die Geschichte um Massimo und Geneviève ist  - mit einem Wort beschrieben - einfach bezaubernd. Der Autor schafft es mit der eigentlichen Handlung die Besonderheiten Roms und die Geheimnisse des Kaffees zu verbinden. Dabei darf ein Schuss Dramatik - gerade richtig dosiert und nicht übertrieben - nicht fehlen. Galdino schafft es dabei, die Erwartungen des Lesers zu übertreffen, keine vorhersehbare Auflösung der Hintergründe zu präsentieren und dabei trotz allem diese besondere Atomsphäre durchgängig aufrecht zu erhalten. 

"Manchmal denken wir,
Worte sind nur Worte,
aber sie können dein Leben verändern,
wenn sie dich zum richtigen Zeitpunkt oder aber niemals erreichen..."
(Seite 302)

Das Besondere an dem Buch ist... 

dass der Leser sich mit dem Buch direkt nach Trastevere in Italien versetzt fühlt. Außerdem erwartet den Leser am Ende eine kleine Kaffeekunde, die nicht nur die verschiedenen Variationen, sondern auch den dazugehörigen Charakter sehr amüsant darstellt.

Meine Bewertung

18 April 2014

Rezension: Aschenputtel - Kristina Ohlsson

Titel:  Aschenputtel
Autorin: Kristina Ohlsson
Verlag: Blanvalet
Taschenbuch: 496 Seiten
Preis: 9,99 €
ISBN978-3442375806








Klappentext

"Hochsommer in Schweden. Es regnet Bindfäden. Der voll besetzte Schnellzug nach Stockholm muss außerplanmäßig halten. Eine junge Frau tritt hinaus aufs Bahngleis, um ungestört zu telefonieren – und wird von ihrer Tochter getrennt, als der Zug ohne Vorwarnung weiterfährt. Der Schaffner wird alarmiert, doch als er das kleine Mädchen abholen will, ist es spurlos verschwunden. Das Ermittlerteam um Kommissar Alex Recht und Fahndungsspezialistin Fredrika Bergman wird auf den Fall angesetzt. Als wenig später ein zweites Kind verschleppt wird, wird der Fall zu einem Albtraum …"

Die Geschichte beginnt...

mit der Zugfahrt des X2000 von Göteborg nach Stockholm. Außerplanmäßig muss der Zug in Flemingsberg halten. Sara Sebastiansson betritt den Bahnsteig um zu telefonieren und verpasst den Zug. In Stockholm angekommen ist ihre Tochter Lilian verschwunden - lediglich ihre Schuhe stehen noch in dem verlassenen Abteil.

"Aus irgendeinem Grund musst er, wenn er seinen Gedanken
freien Lauf ließ, früher oder später
immer wieder an die Krankenakte denken."
(erster Satz, Seite 11)

Für die Ermittler um Alex Recht, Peder Rydh und Fredrika Bergman, die als studierte Zivilperson die Polizei unterstützen soll, ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar, welche Schrecken dieser Fall für sie bereithalten wird. Der Vater, unauffindbar, ist verdächtig, doch keiner weiß, wo er sich aufhält.
Dann erhält Sara Sebastiansson ein Paket und kurz darauf verschwindet ein weiteres Kind. Für Alex Recht und sein Team beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit und die Frage, wie diese Fälle miteinander in Verbindung zu stehen scheinen.

Meine Meinung

Der erste Thriller der Reihe hat mich von Anfang an packen können, obwohl ich mir der Charaktere am Anfang nicht wirklich sicher war. Doch im Verlauf der Handlung hat sich gerade dies zu einem sehr authentischen Aspekt entwickelt. Die Protagonisten zeichnen sich gerade durch ihre persönlichen Eigenarten aus und auch ihre Beziehungen werden im ersten Band bereits knapp umrissen, so dass hier noch weiteres Ausbaupotential für die kommenden Bände zur Verfügung steht.
Die Handlung wird ergänzt durch den Perspektivenwechsel, der nicht nur die Ermittler, sondern auch die Täter darstellt. Dadurch gewinnt die Geschichte zunehmend an Spannung, da die Vorstellungen des Täters nicht leicht zu durchschauen und die Ermittler zunächst nicht wissen, welche Spuren sie verfolgen sollen. Auch der Wetteifer der Kollegen, persönliche Entwicklungen und bisherige Erfahrungen lassen die Handlung zu einer abgerundeten, fesselnden Darstellung werden.

"Später sollte Alex sich erinnern,
wie sich der Fall in ein wildes Tier verwandelt hatte,
das die ganze Ermittlergruppe zum Verstummen brachte,
indem es ihnen stur und hartnäckig seinen Willen aufdrängte,
seine eigenen Wege zu gehen"
(Seite 268)

Das Besondere an dem Buch ist... 

Nervenkitzel der besonderen Art in Verbindung mit originellen, authentischen Charakteren.

Meine Bewertung


Reihe

1. Band: Aschenputtel
2. Band: Tausendschön
3. Band: Sterntaler

12 April 2014

Rezension: Zeitenzauber. Das verborgene Tor - Eva Völler

Titel: Zeitenzauber: Das verborgene Tor
Autorin: Eva Völler
Verlag: Bastei Lübbe
Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Preis: 14,99 €
ISBN: 978-3833902734








Klappentext

"Anna und Sebastiano sollten eigentlich nur einen Ingenieur nach London in das Jahr 1813 begleiten. Doch dort angekommen, erwartet sie eine weitaus gefährlichere Mission: Jemand versucht, sämtliche Zeitreise-Tore zu zerstören, und nur Anna und Sebastiano können es verhindern. Getarnt als Geschwister tauchen sie in die High Society des Londoner Adels ein und stellen schon bald fest, dass an jeder Ecke Intrigen und Gefahren lauern ..."

Die Geschichte beginnt...

in London, 1813: für Anna und Sebastiano scheint der Auftrag, einem Maler das Leben zu retten, erledigt. 

"Da drüben ist es", sagte Sebastiano, nachdem wir 
vom Kutschbock des Fuhrwerks gestiegen 
und ein Stück die nächtliche Harley Street
entlanggeschlendert waren."
(erster Satz, Seite 11)

Doch kurz nach ihrer Rückkehr ins Jahr 2013 müssen sie erneut zurück ins Jahr 1813 - die Gefahr ist diesmal größer als je zuvor. Nicht die Zeitlinie muss gerettet werden, diesmal scheint es um die Zeit selbst zu gehen und um das, was am Ende der Zeit lauert. Also begeben sich Lord und Lady Foscary - die soeben von ihrer Plantage auf Barbados nach London zurückgekehrt sind - auf die Suche nach dem Alten, der ihnen immer wieder drei Schritte voraus zu sein scheint. Unterstütz werden sie dabei von einigen liebenswürdigen und sympathischen Nebencharaktere, die der Handlung und der historischen Erzählung zudem mehr Tiefe verleihen. Eine besondere Rolle wird auch Mr. Turner spielen, denn ihn ereilen Visionen, die besorgniserregend sind und auch Annas Träume scheinen sie vor drohender Gefahr zu warnen. 


Meine Meinung

Wie immer schafft es Eva Völler den Leser in den vier Teilen ihres Buches in eine historische Zeit zu versetzten, indem sie nicht nur die spannende Handlung vorantreibt sondern zugleich die historischen Lebensweisen und Gebräuche detailliert darstellt. Gewohnt witzig, abwechslungsreich und spannend wird die aktuelle - noch unbekannte - Mission von Anna und Sebstiano erzählt. Diesmal steht mehr auf dem Spiel als je zuvor und zudem erhält der Leser erstmals weitere Hintergrundinformationen über die Alten, ihre Herkunft und ihre Fähigkeiten. Ergänzt wird die Handlung wie immer durch vielschichtige Nebencharaktere, die gerade im richtigen Maße dargestellt werden, so dass sie die Handlung nicht zu stark belasten noch zu schwach neben den Protagonisten erscheinen.
Das Ende war jedoch - im Vergleich zum Aufbau der Handlung - meiner Meinung nach zu plötzlich und hinsichtlich der ausgeklügelten Planung des Gegners auch relativ simpel. Trotz allem hat auch Band 3 einen hohen Unterhaltungswert.

"Ein Reich zur Bühne,
Prinzen drauf zu spielen,
Monarchen,
um der Szene Pomp zu schau'n!"
(Seite 107)

Das Besondere an dem Buch ist... 

die detaillierte Darstellung, sowohl durch die Illustrationen als auch in der Beschreibung der historischen Ereignisse und typischen Lebensweisen.

Meine Bewertung


Reihe

1. Band: Die magische Gondel
2. Band: Die goldene Brücke *Rezension*
3. Band: Das verborgene Tor

09 April 2014

Rezension: Grabesstille - Tess Gerritsen

Titel: Grabesstille
Autorin: Tess Gerritsen
Verlag: Blanvalet
Taschenbuch: 448 Seiten
Preis: 9,99 €
ISBN: 978-3442374823








Klappentext

"Boston, Chinatown. Eine alte Legende erwacht zum Leben …
Jahraus, jahrein werden sie an den schrecklichen Tag erinnert, da in einem Restaurant in Chinatown ein Amokläufer ihre Angehörigen hinrichtete. Doch wer schreibt die Briefe, die besagen, dass der wahre Täter noch immer nicht gefasst sei? Erst als zwei Jahrzehnte später bei einer Stadtführung durch Boston die Leiche einer Frau gefunden wird, die mit einem chinesischen Ritualschwert verstümmelt wurde, wird der alte Fall wieder aufgerollt. Und nicht immer haben Jane Rizzoli und Maura Isles bei den Ermittlungen das Gefühl, es mit einem leibhaftigen Gegner aus Fleisch und Blut zu tun zu haben …"

Die Geschichte beginnt...

mit einer jungen Frau, die in San Francisco an ihre Wurzeln erinnert wird. 

"Den ganzen Tag schon beobachte ich das Mädchen."
(erster Satz, Seite 9)

Sieben Jahre später setzt die eigentliche Handlung ein. Auf einer Führungstour durch das Bostoner Chinatown stößt die Gruppe Touristen auf eine abgetrennte Hand. Die Leiche der Frau, die Jane Rizzoli und ihre Kollegen kurz darauf entdecken, ist verstümmelt. Alles deutet auf das Red-Phoenix-Massaker hin, ein Amoklauf in einem Restaurant in Chinatown. Wie sich in den Ermittlungen herausstellt, die von dem asiatischen Ermittler Tam unterstützt werden, erhalten die Angehörigen der damaligen Opfer noch heute von einem Unbekannten Nachrichten, die andeuten, dass damals die Wahrheit nie ans Licht kam - und jetzt die Zeit dafür gekommen ist - eine Wahrheit  die niemand erahnt hätte. Doch dies ist nicht die einzige Ungereimtheit in dem Fall. Auf dem Opfer wurde ein Haar entdeckt - ein Affenhaar. Und schon bald machen Frost und Rozzoli eine Begegnung, nach der sie nicht mit Gewissheit sagen könne, ob ihr Gegner wirklich real ist. 

Meine Meinung

Tess Gerritsen schafft es in jedem ihrer Thriller eine neue spannende Handlung zu weben, die sich thematisch von den bisherigen Bänden deutlich abzugrenzen weiß. In den Thriller "Grabesstille" lässt die Autorin mystische Erzählungen aus Asien einfließen - um den Affenkönig Sun Wukong. Gleichzeitig scheinen mit Red-Phoenix-Massaker Fälle verschwundener Mädchen in Verbindung zu stehen - wenn auch den Ermittlern nicht klar ist, welche Abgründe sie noch erwarten.
Die Auflösung der aktuellen Mordfälle, die Hintergründe des Red-Phoenix-Massakers und die Frage, ob der Affenkönig tatsächlich in Boston unterwegs ist, löst die Autorin auf wirklich brillante Weise. Trotz allem konnte mich die Thematik, wenn auch abwechslungsreich im Vergleich zu ihren bisherigen Veröffentlichungen, nicht in dem Maße fesseln, wie sein Vorgänger. Dies lag allerdings weniger an dem spannenden Handlungsaufbau als vielmehr am thematischen Hintergrund, der interessant, aber für mich persönlich nicht ganz so fesselnd war, wie de bisherigen Thriller.

"Deine Aufgabe ist es", sagte der Affe,
"das Ungeheuer aus seinem Versteck zu locken.
Aber du musst sicher sein, dass es ein Kampf ist,
den du überleben kannst"
(Seite 7)

Das Besondere an dem Buch ist... 

eine vollkommen neue Thematik, die mit bekannten Thriller-Elementen verbunden wird: ein Massaker, verschwundene Mädchen und eine scheinbar mystische - oder doch reale - Gestalt, die asiatischen Märchen entstammt.

Meine Bewertung



Reihe

1. Band: Die Chirurgin
2. Band: Der Meister
3. Band: Todsünde
4. Band: Schwesternmord
5. Band: Scheintot
6. Band: Blutmale
7. Band: Grabkammer
8. Band: Totengrund *Rezension*
9. Band: Grabesstille
10. Band: Abendruh

06 April 2014

Rückblick: Februar und März

Da ich im Februar und März nicht so viele Bücher lesen konnte, habe ich mich entschlossen beide Monate in einem gemeinsamen Rückblick zusammenzufassen. Die in diesen Monaten gelesenen Thriller haben sich grundsätzlich mit vergleichbarer Thematik auseinandergesetzt. 

Spannende Monate...



Bei allen Thrillern handelt es sich um Elemente einer Reihe.

"Böser Wolf" von Nele Neuhaus - besticht vor allem durch die grandiosen Ermittler und die spannenden Verbindungen der dargestellten Charaktere.
"Grabesstille" von Tess Gerritsen - bezieht in dem aktuellen Thriller mystische Element der asiatischen Erzählungen mit ein und lässt die Ermittler zweifeln, ob sie ihren Augen trauen dürfen.
"Aschenputtel" von Kristina Ohlsson - ist der Auftakt der Reihe um den Ermittler Alex Recht, der durch einen wirklich spannenden Handlungsaufbau überzeugt.

Das Ende einer Reihe...



Mit dem Band "Das verborgene Tor" endet die Reihe um Anna und Sebstiano, die in vergangene Epochen reisen, um die Zeit zu beschützen. In dem aktuellen Roman verschlägt es sie nach London im Jahre 1813 - und diesmal ist der Einsatz höher als je zuvor. Doch wie gewohnt zeichnet sich dieses Buch durch die unglaublichen Illustrationen und detailliere historische Darstellung aus, die mit einer spannende und humorvollen Erzählung verbunden wird.

Gesehen...


"Die fantastische Welt von Oz" habe ich vor kurzem in 3D gesehen. Die Darstellung der 3D Elemente, die Hintergrundgeschichte der bösen Hexe von Oz und des Zauberers in der Smaragstadt war wirklich sehr interessant - vor allem filmisch - umgesetzt. Auch wenn es sich um keinen Highlight-Film handelt, hatte er doch eine großen Unterhaltungswert.

Gehört...

Gehört habe ich im Februar und März besonders gerne:
  • Let me go - Gary Barlow
  • Demons - Imagine Dragons
  • Cups - Anna Kendrick
  • Comptine d'un autre été, l'après-midi - Die fabelhafte Welt der Amelie

Und im April...


Im März habe ich mit zahlreichen Neuzugängen (*hier - hier - und hier*) zugeschlagen und habe dadurch meinen SuB deutlich anwachsen lassen. Auf einige Bücher freue mich dabei wirklich sehr und hoffe, dass sie halten, was ihr Klappentext verspricht - aktuell: "Der erste Kaffe am Morgen" - bisher können mich die ersten 100 Seiten bereits begeistern!


05 April 2014

Rezension: Böser Wolf - Nele Neuhaus

Titel:  Böser Wolf
Autorin: Nele Neuhaus
Verlag: Ullstein
Taschenbuch: 480 Seiten
Preis: 10,99 €
ISBN: 978-3548285894







Klappentext

"An einem heißen Tag im Juni wird die Leiche einer 16-Jährigen aus dem Main bei Eddersheim geborgen. Sie wurde misshandelt und ermordet, und niemand vermisst sie. Auch nach Wochen hat das K 11 keinen Hinweis auf ihre Identität. Die Spuren führen unter anderem zu einer Fernsehmoderatorin, die bei ihren Recherchen den falschen Leuten zu nahe gekommen ist. Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein graben tiefer und stoßen inmitten gepflegter Bürgerlichkeit auf einen Abgrund an Bösartigkeit und Brutalität. Und dann wird der Fall persönlich."

Die Geschichte beginnt...

mit einer privaten Party, die plötzlich aus dem Ruder läuft; einem Mann der nach seiner Freilassung  aus dem Gefängnis zurückgezogen in einer Wohnwagensiedlung lebt und der Fernsehmoderation Hanna Herzsprung.

"Er stellte die Einkaufstüte ab und verstaute seine Einkäufe
in dem winzigen Kühlschrank."
(erster Satz, Seite 5)

Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein werden zum Fundort einer Mädchenleiche gerufen. Doch auch verschiedenste Aufrufe, die Identität des Mädchens zu klären, scheinen ins Leere zu laufen. Gleichzeitig erhält der Leser weitere Informationen - wie in den bisherigen Kriminalromanen der Autorin - aus verschiedenen Perspektiven. Zum einen rückt das Leben der erfolgsorientierten Fernsehmoderatorin Hanna Herzsprung in den Fokus, die plötzlich auf eine äußerst brisante Story stößt, die bald sehr persönlich wird. Zum anderen werden dem Leser Einblicke in das Leben eines ehemaligen Häftlings präsentiert, die sich mit den erschreckenden Erinnerungen eines jungen Mädchens abwechseln, die offenbar ein Missbrauchsopfer war. Ob es sich bei diesem Mädchen um die Leiche handelt und in wie weit die Charaktere zusammenhängen, werden auf 480 spannenden Seiten dargestellt. 

Meine Meinung

Der aktuelle Kriminalroman der Autorin Nele Neuhaus bietet Hochspannung bis zum Ende. Diesmal sind es nicht nur die Ermittler um Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff, die bemüht sind, den Fall um das unbekannte Opfer zu lösen, welches scheinbar niemand zu kennen scheint. Auch die Moderation Hanna Herzsprung und ihre Tochter versuchen die Wahrheit ans Licht zu bringen. Doch das Ausmaß des Falles ist erschreckender, als vermutet. Wahrheit und Lüge scheinen in diesem Fall nicht eindeutig - und der Schein trügt öfter als gedacht. Mir persönlich hat die Verwebung der einzelnen Akteure - auf wirklich geniale Art und Weise - und das packende Finale besonders gut gefallen - auch wenn es die Thematik wirklich in sich hat. Ebenso die persönliche Weiterentwicklung der beiden Protagonisten, die sympathisch und authentisch dargestellt werden, habe ich sehr gerne weiterverfolgt. 

"Doch sie würden es beide überstehen,
sich wieder ans Licht emporarbeiten,
aber sie würden das,
was ihnen das Leben schenkte,
nie mehr für selbstverständlich halten"
(Seite 453)

Das Besondere an dem Buch ist... 

die unglaublich gekonnte Verknüpfung der Perspektiven und Elemente zu einer hochspannenden Handlung, die den Leser bis zum furiosen Ende in Atem hält.

Meine Bewertung


Reihe

1. Band: Ein unbeliebte Frau
2. Band: Mordsfreunde
3. Band: Tiefe Wunden *Rezension*
4. Band: Schneewittchen muss sterben
5. Band: Wer Wind sät *Rezension*
6. Band: Böser Wolf