30 März 2013

Rezension: Eines Abends in Paris - Nicolas Barreau



Titel: Eines Abends in Paris
Autor: Nicolas Barreau
Verlag: Thiele
Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
Preis: 18,00 €
ISBN978-3851791778

Klappentext: "Manche Besucher kommen nur ein Mal, andere sind regelmäßig hier im Cinéma Paradis und ich meine sie fast zu kennen. Ich rede vielleicht nicht besonders viel, aber ich sehe viel. Ich verkaufe ihnen die Karten und ich sehe ihre Gesichter, ihre Geschichten, ihre Geheimnisse. Die Frau mit dem roten Mantel sitzt immer in Reihe 17, sie ist ganz bezaubernd, und heute Abend werde ich sie endlich ansprechen und fragen , ob sie mit mir essen geht."


Inhalt & Stil

Alain Bonnard ist Besitzer des kleinen Kinos "Cinéma Paradis" in Paris und zeigt erlesene Filme - so wie er jeden Mittwoch eine zusätzliche Spätvorstellung unter dem Titel "Les Amors au Paradis" speziell ausgesucht Verfilmungen seinem treuen Stammpublikum präsentiert. Sein Kino ist etwas besonderes, denn hier findet der Besucher weder spektakuläre Blockbuster oder Popcorn.
Jeden Mittwoch Abend besucht eine junge Frau im roten Mantel die Spätvorstellung und Alain nimmt sich nun fest vor, die junge Dame nach Wochen endlich anzusprechen. Nach einem wunderschönen gemeinsamen Abend verabreden sich beide für den kommenden Mittwoch erneut. Doch innerhalb dieser Woche sollen sich die Ereignisse überschlagen. Überraschenderweise wird Alain vor seinem Kino von einem amerikanischen Produzenten angesprochen, der sein Kino für einige Film-Szenen nutzen möchte und präsentiert dem verdutzen Alain zugleich die Hauptdarstellerin Solène Avril. Geschmeichelt und schließlich überzeugt willigt Alain ein, sein kleines Kino zur Verfügung zu stellen - doch von dem sich anschließenden Rummel hat er nichts geahnt. Schneller als gedacht eilt der nächste Mittwoch herbei - doch die Frau im roten Mantel erscheint nicht - und für Alain beginnt eine Suche in den Straßen von Paris.


Charaktere

Alain Bonnard ist ein liebenswürdiger und romantischer junger Mann, dessen bester Freund Robert (Astrophysiker und der Schwarm seiner Studentinnen) ihm stets zu mehr Einsatz ermuntert. Seiner heimlichen Schwärmerei für die Dame im roten Mantel verleiht er eines Tages endlich Ausdruck und kann sein Glück kaum fassen. Von diesem Zeitpunkt an erlebt der Leser mit Alain eine Berg- und Talfahrt der Gefühle - im wahrsten Sinn himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt.
Auch die übrigen Charaktere - Solène, Robert, Melanie, die Mitarbeiter des Cinéma Paradis und die dortigen Gäste - verleihen dem Roman seinen ganz eigenen Charme, dem sich der Leser nur schwer entziehen kann.

Cover & Design

Wie schon in "Das Lächeln der Frauen" ist die Darstellung auf dem Cover ein Blickfang. Außerdem passt das Cover auch zum Inhalt der Geschichte, denn die junge Frau, der Alain begegnet, hat eine besondere Brücke in Paris, über die sie nach Feierabend gerne spaziert.


Fazit

Eine romantische Geschichte kombiniert mit einem gelungenen Schreibstil und einer Entwicklung die den Leser die Erzählung gespannt bis zum Ende verfolgen lässt. Die ersten Vermutungen, die der Leser zugleich anstellt, warum die junge Frau im roten Mantel nicht erschienen sein könnte, schienen mir zunächst lapidar und ich war erfreut, als die Handlung eine erneute Wendung nahm und das Rätsel doch komplexer war. Die sich jedoch noch anschließenden Wendungen, nicht allzu dramatisch und verwirrend, gaben dem Buch jedoch genug Anreiz sich immer wieder neue Lösungen auszudenken.
Persönlich hat mir "Das Lächeln der Frauen" jedoch besser gefallen und ich bin nun auf "Die Frau meines Lebens" gespannt.

"Das Leben war voll unglaublicher Zufälle.
Wer hätte das besser gewusst als ich."

(Zitat: Nicolas Barreau - Eines Abends in Paris, 
Seite 323)

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