07 Oktober 2015

Rezension: So finster, so kalt - Diana Menschig

Titel: So finster, so kalt
Autorin: Diana Menschig
Verlag: Knaur TB
Taschenbuch: 384 Seiten
Preis: 8,99 €
ISBN: 978-3426514931






Klappentext

"Als Merle Hänssler nach dem Tod ihrer Großmutter in deren einsam gelegenes Haus im Schwarzwald zurückkehrt, findet sie im Nachlass ein altes Dokument. Darin berichtet ein gewisser Johannes, der Ende des 16. Jahrhunderts im Haus lebte, über merkwürdige Geschehnisse rund um seine Schwester Greta. Merle tut diese Geschichte zunächst als Aberglaube ab. Doch dann passieren im Dorf immer mehr unerklärliche Dinge: Kinder verschwinden, und auch das alte Haus selbst scheint ein seltsames Eigenleben zu entwickeln. Langsam, aber sicher beginnt Merke sich zu fragen, ob an Johannes' Erzählung mehr dran ist, als sie wahrhaben wollte"

Das Buch beginnt...

mit dem Tod von Merles Großmutter:

">>Die Hexe ist tot!<< hörte Ronja ihren Freund 
Luke aufgeregt flüstern"

(erster Satz, Seite 11)

Merle, erfolgreiche Anwältin in Hamburg, reist daraufhin zurück nach Steinberg in den Schwarzwald, um an der Beerdigung teilzunehmen. Eigentlich sollte das Haus ihrer Großmutter an ihren Vater übergehen, dieser ist jedoch während seines kanadischen Urlaubs nicht zu erreichen. Also übernimmt Merle es kurzerhand nach dem rechten zu sehen und erhält dabei Dokumente, die ihre Großmutter der Familie überlassen hat. Darunter befindet sich der Bericht eines Ordensbruders aus dem Jahre 1647, der die Aufnahme des Hans vom Wald, der von einem Dämon zu besessen sein schien, schildert. Merle schenkt diesen Erzählungen zunächst keinen Glauben und kontaktiert Dr. Jakob Wolff von der germanistischen Fakultät Freiburg (da Sagen und Märchen sein Forschungsschwerpunkt sind), um den Wahrheitsgehalt des Dokumentes prüfen zu lassen. In der Hoffnung, dass es für alles eine Erklärung gibt und auf dringende Bitte ihres Vaters hin, reist Merle erneut nach Steinberg - doch zu diesem Zeitpunkt passieren dort bereits unerklärliche Dinge: nicht nur, dass das Haus ein Eigenleben zu entwickeln scheint, auch drei Kinder sind bereits auf mysteriöse Weise spurlos im Wald verschwunden. 
Schließlich muss sich Merle fragen, welche Wahrheit in dem Märchen von Hänsel und Gretel steckt und was damals wirklich in Steinberg geschah.

Meine Meinung

Der Roman von Diana Menschig hat mich von Anfang bis Ende überzeugt. Sowohl die gegenwärtige Darstellung aus der Sicht der Protagonistin Merle, als auch die Darstellung der Geschehnisse, die Hans vom Wald Ende des 16. Jahrhunderts miterlebt, konnten mich durchgängig fesseln.

Besonders gelungen ist der Aufbau der Handlung; der Leser ist zu Beginn - ebenso wie Merle - nicht sicher, was es mit den Ereignissen in Steinberg auf sich hat und wohin sich die Geschichte tatsächlich entwickeln wird. Auch Dr. Jakob Wolff bleibt für den Leser lange Zeit mysteriös - und man stellt sich stets die Frage: wem kann Merle wirklich trauen? Auf diese Weise erzeugt die Autorin eine andauernde Spannung, die den Leser gebannt durch die Seiten fliegen lässt - um den Geheimnissen des Knusperhäuschens und der Geschichte von Hänsel und Gretel auf die Spur zu kommen.


"Hänsel und Gretel verliefen sich im Wald.
Dort war es finster und auch so bitterkalt.
Sie kamen an ein Häuschen von Pfefferkuchen fein. 
Wer mag der Herr wohl von diesem Häuschen sein.
(Deutsches Volkslied)"

(Zitat Seite 7)

Abwechslungsreich wurde die Geschichte vor allem dadurch, dass der Leser gleichzeitig mit Merle die Geschichte von Johannes - Hans im Wald - und seiner Schwester Greta kennenlernt. An dieser Stelle möchte ich auf keinen Fall zu viel verraten - ich kann nur sagen, dass mich die Märchen-Adaption, die Diana Menschig hier vorgenommen hat, und das neue Licht, in welches sie die Geschichte von Hänsel und Gretel gesetzt hat, wirklich überzeugen konnte. 

Das Buch hält außerdem gleich zu Beginn noch eine kleine Überraschung für die Leser bereit: das Rezept für "finsterkalte Lebkuchenmännlein" - eine tolle Idee, die wunderbare zur Erzählung im Buch passt.

Fazit 

"Was geschah wirklich im Knusperhäuschen?"

Diana Menschig versteht es, klassische Märchen-Elemente neu zu verbinden, den Leser damit in den Bann zu ziehen und eine absolut lesenswerte Geschichte zu kreieren.

Meine Bewertung


Weitere Bücher

Als nächstes möchte ich mir in diesem Zusammenhang der "Märchen-Adaptionen" dann "Der geheime Name" von Daniela Winterfeld aus dem Knaur TB Verlag anschauen!

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