14 Februar 2013

Rezension: Loreley singt nicht mehr - Judith Merchant



Autorin: Judith Merchant
Verlag: Knaur TB
Taschenbuch: 384 Seiten
Preis: 9,99 €
ISBN978-3426508640


Klappentext: In den frühen Morgenstunden treibt eine bizarr leuch­tende Leiche im Rhein. Ein zitternder Angler gesteht Kommissar Jan Seidel, dass er den toten Mann am Haken hatte. Die beiden kannten sich. Nur ein grau­samer Zufall? Und während Kommissar Jan Seidel aus Königswinter den Täter sucht, ist seine Großmutter Edith Herzberger, die rheinische Miss Marple, ihrem Enkel bereits einen entscheidenden Schritt voraus ...


Inhalt/Stil

"Loreley singt nicht mehr" ist der zweite Teil einer Reihe, um das Ermittler-Team Jan Seidel und Elena Vogt, wobei die Handlungen beider Bücher in sich abgeschlossen sind und unabhängig voneinander gelesen werden können. In dem vorliegenden Buch findet ein Angler im Rhein eine Leiche und die Bezüge auf die Legende der Loreley geben den Ermittlern Fragen auf - ebenso die möglichen Verdächtigen, deren Beziehungen untereinander verworren und von Geheimnissen umgeben sind. Die Spur führt zurück in die Vergangenheit und zu einem tragischen Unfall, bei dem ein Kind das Leben verlor.
Judith Merchant leitet zunächst mit dem Gedicht der Loreley (von H. Heine) ein und bietet dem Leser einen unglaublichen Prolog, bei dem ich zunächst nicht sicher war, wie ich diesen bewerten soll - doch insgesamt ist es sehr stimmig gewählt. Die Autorin erzeugt dann Spannung, welche sich fortsetzt bis zu einem unglaublichen Ende, welches mich doch einigermaßen schockiert zurückgelassen hat (mehr werde ich an dieser Stelle nicht verraten).
Als Zusatz erhält der Leser im Anschluss an die Danksagung eine Leseprobe von "Nibelungenmord", dem ersten Teil der Reihe um die Ermittler im Siebengebirge.


Charaktere

Litt Jan Seidel im ersten Teil noch unter der Trennung seiner Verlobten, scheint er dies überwunden zu haben und sich auf seine Tätigkeit als Ermittler zu konzentrieren. Er wirkt deutlich entschlossener und dadurch auch wesentlich sympathischer. Seine Kollegin Elena ist eine überzeugte Feministin, mit der ich persönlich im ersten Band und zu Beginn des aktuellen Bandes aufgrund ihres Verhaltens nicht "warm werden konnte". Dies hat sich jedoch im Verlauf der Handlung gelegt und der Leser konnte hinter ihre sonst so kühle, fast burschikose Fassade blicken.
Mein persönliches Highlight ist jedoch, wie im ersten Band, Edith Herzberger. Die Großmutter von Jan liest Krimis und versucht ihren Enkel nach bestem Wissen und mit einer Finesse, die den Leser zum Schmunzeln bringt, bei der Aufklärung der Mordfälle in Königswinter zu unterstützten.

Cover/Design

Das Cover, eher düster gehalten, spiegelt jedoch die Thematik des Inhaltes sehr gut wieder und erscheint mit sehr passend. Die eher schlichte Schrift, leicht hervorgehoben, passt stilistisch zudem zum ersten Band.

Bester Satz im Buch

"Sie hatte hoch oben auf dem Felsen gesessen
und ihren betörenden Gesang 
über die glitzernden Wellen perlen lassen,
einen Gesang,
der die Sinne der Schiffer verwirren konnte."

(Zitat: Judith Merchant - 
Loreley singt nicht mehr, 
Seite 10)

Bewertung

Ein spannender Krimi, der es schafft diese Spannung bis zum wirklich unerwarteten Ende beizubehalten:



Bisher von Judith Merchant im Knaur Verlag erschienen...


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinterlasst doch ein Kommentar hinter dem Buchdeckel...